Auftakt der 10. bundesweiten Aktionswoche des bürgerschaftlichen Engagements

10 Jahre Aktionswoche

Kraft­vol­len Op­ti­mis­mus sah Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nu­e­la Schwe­sig am Frei­tag in ih­rer Vi­deo­bot­schaft↵ zur Be­grüßung der über 300 Gäs­te ei­ner schwung­vol­len und an­ge­reg­ten Auf­takt­ver­an­stal­tung zur zehn­ten Wo­che des bür­ger­schaft­li­chen En­ga­ge­ments als das zen­tra­le Ele­ment ei­ner Ge­sell­schaft, in der sich Men­schen für­ein­an­der ein­set­zen und für die Ge­sell­schaft – nicht die zu­rück­ge­lehn­te Hal­tung: Es wird schon wer­den….

Sie dank­te wie vie­le an­de­re auch an die­sem Tag dem Bun­des­netz­werk Bür­ger­schaft­li­ches En­ga­ge­ment (BBE) für er­folg­rei­che zehn Jah­re die­ser bun­des­wei­ten Ak­ti­ons­wo­che. Und Staats­se­kre­tär Dr. Ralf Klein­diek un­ter­strich in Ver­tre­tung sei­ner von ihm so ge­nann­ten En­ga­ge­ment­mi­nis­te­rin der Bun­des­re­gie­rung im Au­di­to­ri­um Fried­rich­stra­ße, dass der Staat nie­mals alle ge­sell­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen al­lei­ne lö­sen kön­ne. Wir brau­chen bei­des: ei­nen zu­kunfts­fä­hi­gen So­zi­al­staat und eine ak­ti­ve Zi­vil­ge­sell­schaft. Men­schen, die sich frei­wil­lig en­ga­gie­ren, ver­die­nen un­se­re be­son­de­re Wert­schät­zung und Un­ter­stüt­zung.

Klein­dieck ver­wies ne­ben dem 2015 star­ten­den neu­en Pro­gramm De­mo­kra­tie le­ben! Ak­tiv ge­gen Rechts­ex­tre­mis­mus, Ge­walt und Men­schen­feind­lich­keit↵ auch auf das noch in die­ser Le­gis­la­tur­pe­ri­ode ge­plan­te Frei­wil­li­ge Di­gi­ta­le Jahr – FJS Di­gi­tal1, das Me­di­en­kom­pe­tenz als Vor­aus­set­zung für ge­sell­schaft­li­che Teil­ha­be stär­ken soll.

Schon ein­gangs be­ton­te der Spre­cher­rats­vor­sit­zen­de des BBE, Prof. Dr. Tho­mas Olk2, dass die De­mo­kra­tie der Zu­kunft eine „as­so­zia­ti­ve De­mo­kra­tie“ sei, eine, in der ak­tiv mit­ge­macht wird und auch zu­gleich eine, in der vie­le „As­so­zia­tio­nen“, also Zu­sam­men­schlüsse, statt­fän­den von klei­nen und gro­ßen Ver­ei­nen, Ver­bän­den und Netz­wer­ken↵, um ge­mein­sam ge­sell­schaft­li­che Brü­cken für Schwä­che­re zu bau­en.

Die De­mo­kra­tie der Zu­kunft ist eine as­so­zia­ti­ve De­mo­kra­tie, und ich freue mich hier be­son­ders über den Dop­pel­sinn des Wor­tes „as­so­zia­tiv“. In ihm steckt nicht nur das Krea­ti­ve, Spon­ta­ne, Im­pul­si­ve, das De­mo­kra­tie im­mer braucht, um le­ben­dig zu blei­ben. Mit „as­so­zia­tiv“ wird eben­so zum Aus­druck ge­bracht, dass eine le­ben­di­ge De­mo­kra­tie nur als „Mit­mach­ver­an­stal­tung“ sinn­voll ist – eine Ver­an­stal­tung, an der sich mög­lichst vie­le ge­sell­schaft­li­che As­so­zia­tio­nen be­tei­li­gen.

Da­für gebe es be­reits vie­le gute Bei­spie­le, die eine Ab­stim­mung auf Au­gen­hö­he und trans­pa­ren­te, kla­re Re­geln der Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen Staat und Zi­vil­ge­sell­schaft vor­aus­set­zen. Das BBE stün­de für solch ei­nen Com­pact3, also zu ei­nem ver­ein­bar­ten Re­gel­werk der Zu­sam­men­ar­beit ger­ne be­reit!

Ma­ri­ta Ger­win, Fach­stel­le Zu­kunft Al­ter der Stadt Arns­berg und frisch er­nann­te En­ga­ge­ment­bot­schaf­te­rin des BBE for­der­te: Wir brau­chen eine neue kom­mu­na­le In­tel­li­genz!4 Und die bei­den En­ga­ge­ment­bot­schaf­ter Tilo Kies und Wolf­gang Ross­kopf von der Al­fred Kiess GmbH in Stutt­gart be­ton­ten, dass auch klei­ne Be­trie­be im All­tag ganz viel En­ga­ge­ment bei­tra­gen kön­nen, wenn sie z.B. Men­schen mit Be­hin­de­rung ei­nen Ar­beits­platz an­bie­ten, wie dort im Be­trieb be­reits gän­gi­ge Pra­xis.

Ar­min La­schet, Vor­sit­zen­der der CDU-Land­tags­frak­ti­on in Nor­d­rhein-Wes­t­­fa­len, er­in­ner­te in sei­ner mit­rei­ßen­den Rede dar­an, dass nichts Ge­rin­ge­res als das Grund­ge­setz der BRD die Sub­si­di­a­ri­tät zur Grund­la­ge ma­che, d.h. die Ent­fal­tung der in­di­vi­du­el­len Fä­hig­kei­ten, Selbst­be­stim­mung und Ei­gen­ver­ant­wor­tung und da­mit das bür­ger­schaft­li­che En­ga­ge­ment.

Franz Mün­te­fe­ring, Bun­des­mi­nis­ter a.D. und Prä­si­dent des Ar­bei­­ter-Sa­­ma­­ri­­ter-Bun­des Deutsch­land, spitz­te in der ab­schlie­ßen­den Dis­kus­si­ons­run­de Sich ein­mi­schen – ge­stal­ten – ver­än­dern mit Ar­min von Butt­lar, Vor­stand der Ak­ti­on Mensch, und Mar­tin Ur­ban, Per­so­nal­vor­stand der Ber­li­ner Stadt­rei­ni­gungs­be­trie­be, den Punkt zu:

Bür­ger­schaft­li­ches En­ga­ge­ment hei­ße für ihn, sich stän­dig ein­zu­brin­gen, mit­zu­ge­stal­ten, nicht nur hel­fen und Pflas­ter kle­ben. In der De­mo­kra­tie sieht er alle Men­schen als gleich viel wert. Und: De­mo­kra­tie habe kei­nen Schau­kel­stuhl. Die Ver­ant­wor­tung bleibt!

WEITERE INFORMATIONEN:

BBE: Pres­se­mit­tei­lung, 12.09.2014
BMFSFJ: Pres­se­mit­tei­lung, 12.09.2014
Die 10. Ak­ti­ons­wo­che ist er­öff­net! www.b-b-e.de
„Wer für et­was brennt, kann auch an­stif­ten“: BBE er­öff­net zum 10. Mal die größ­te Frei­wil­li­gen­kam­pa­gne Deutsch­lands. zg-info.maecenata.eu, 12.09.2014

Fo­tos: Ca­ro­la Schaaf-De­richs | ak­tua­li­siert: 03.01.2015

  1. Vgl. Fitt­kau, Lud­ger, 2014: Frei­wil­li­ges Di­gi­ta­les Jahr. Auf der Su­che nach Pi­lot­pro­jek­ten.↵ Deutsch­land­funk, 22.08. (auch zum Nach­hö­ren als Au­dio­bei­trag); BMFSFJ, 2014: Ju­gend­frei­wil­li­gen­diens­te leis­ten wert­vol­len Bei­trag bei der Ver­mitt­lung von Me­di­en­kom­pe­tenz. 22.08.
  2. Text: Olk, Tho­mas, 2014: Auf­takt­ver­an­stal­tung Wo­che des bür­ger­schaft­li­chen En­ga­ge­ments 12. Sep­tem­ber 2014. Rede. – pdf 97 KB
  3. Um die­se Fra­ge geht es auch beim ers­ten dies­jäh­ri­gen Run­den Tisch Zivilgesellschaft.Berlin zur För­de­rung des Frei­wil­li­gen En­ga­ge­ments am 17.09.2014: Zi­vil­ge­sell­schaft in Ber­lin be­fä­hi­gen. Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­ein­ba­run­gen mit dem Staat ent­wi­ckeln; vgl. dazu wei­ter: Heu­ber­ger, Franz; Klein, Ans­gar; Schwär­zel, Mir­ko, 2014: Brau­chen wir ver­bind­li­che Go­ver­nan­ce­re­geln für den Um­gang zwi­schen Staat und Zi­vil­ge­sell­schaft?↵ BBE – pdf 59 KB
  4. Vgl. auch Stand­punkt: Kom­mu­nen sind die Keim­zel­le ei­ner vi­ta­len Bür­ger­ge­sell­schaft. zivilgesellschaft.berlin, 14.09.2014